Pflegebett

Matratzen für Pflegebetten – variabel wie die Bedürfnisse der Nutzer


Das stete Liegen des Nutzers von einem Pflegebett geht mit unangenehmen Begleiterscheinungen einher, denen nur durch eine gezielte Mobilisation und eine passgenaue Matratze vorgebeugt werden kann. Deshalb sollte man das Pflegebett nicht mit einer beliebigen herkömmlichen Matratze ausstatten. Stattdessen haben sich spezielle Matratzen für Pflegebetten etabliert, deren Verwendung nachweislich gesundheitsfördernd bzw. –erhaltend wirkt.

Das Angebot bei den Matratzen für Pflegebetten ist vielfältig und stellt sich dabei genauso variabel dar, wie die Bedürfnisse der Pflegebettnutzer. Entsprechend sind eine fachgerechte Beratung und eine darauf basierende kompetente Auswahl der Pflegebettmatratze obligatorisch.

 


Prävention gegen Dekubitus mit der richtigen Pflegebettmatratze


Eine häufige und unangenehme Begleiterscheinung der Bettlägerigkeit ist neben der gefürchteten Lungenentzündung auch der so genannte Dekubitus. Dabei handelt es sich um ein Druckgeschwür, welches dadurch entsteht, dass durch eine kontinuierliche Belastung bestimmter Körperstellen, wie man sie beim langen Liegen in einer bestimmten Position induziert, eine Blutmangelversorgung der betroffenen Regionen vorherrscht. Besonders dekubitusgefährdet sind Steißbein und Fersen. Deshalb wird von Experten ein regelmäßiger Lagerungswechsel zwischen Rücken und beiden Seiten empfohlen.

So präzise man diese Anweisungen auch befolgt, über kurz oder lang tritt ein Dekubitus zwangsläufig auf. Die leichten Formen des ersten Grades lassen sich noch recht gut mit Wundheilsalben behandeln, während schwerwiegende Formen des dritten Grades sogar mit Nekrosen einhergehen, die nicht selten operativen Behandlungen bedürfen. Um es nicht so weit kommen zu lassen, stehen für Pflegebetten besondere Dekubitusmatratzen zur Verfügung.

In den einfachen Ausführungen bestehen diese aus Schaumstoff mit integrierten Antidekubitusfederungen. Diese Kombination gewährleistet ein optimales Anpassen der Matratze an den Körper des Liegenden, so dass weder Steiß noch Fersen übermäßiges Gewicht zu tragen haben. Solche Dekubitusmatratzen sind ausschließlich zur Prävention und Behandlungen des Dekubitus der Grade eins und zwei verwendbar.

Für schwerwiegende Druckgeschwüre oder insofern der oder die Pflegebedürftige dazu neigt, kommen nochmals gesonderte Matratzen zum Einsatz. Zumeist handelt es sich dabei um Luftkammermatratzen. Eine mit mehreren Luftkammern ausgestattete Matratze wird kontinuierlich durch ein Aggregat mit Luft gefüllt. Sie hat die Eigenschaft, das Auflagegewicht zu reduzieren und somit die Entstehung von Druckgeschwüren zu vermeiden oder gar bereits bestehende Dekubiti zu entlasten und abheilen zu lassen.

 


Inkontinenzmatratze für Pflegebetten


Inkontinenz ist ein weit verbreitetes Problem bei bettlägerigen Patienten. Insofern kein Blasenverweilkatheder gelegt wurde, muss der Inkontinenz mit Windeln der Kampf angesagt werden. Da dies nicht unbedingt dem Blasen- und Schließmuskeltraining dient, verzichten viele Pflegebedürftige auf dieses Hilfsmittel. Leider geschieht dabei das ein oder andere Malheur und Blase und Darm entleeren sich im Bett. Für diese Fälle gibt es spezielle Inkontinenzmatratzen für Pflegebetten, die eine hygienische Unterlage trotz Inkontinenz garantieren.

Es handelt sich dabei um Matratzen, die von oben derart beschichtet sind, dass weder Kot noch Urin einsickern können. Von unten ist jedoch eine gute Belüftung gewährleistet, so dass sich kein ungesundes Klima in der Matratze bildet.

Da derartige Inkontinenzmatratzen jedoch auch Schweiß nicht aufnehmen und somit ein unangenehmes Liegegefühl induzieren, empfiehlt sich die dringende Verwendung einer feuchtigkeitsdurchlässigen aber austauschbaren Auflage.

 


Orthopädische Matratzen für Pflegebetten


Orthopädische Probleme sind häufige Thematiken, die im Zusammenhang mit einer Bettlägerigkeit auftreten. Sei es, dass schwerwiegende Knochenproblematiken erst zur Pflegebedürftigkeit geführt haben oder weil man durch die fehlende Mobilität mit Knochenschmerzen geplagt ist, fast jeder Mensch, der ein Pflegebett nutzt, klagt über orthopädische Gesundheitsstörungen.

In diesem Zusammenhang treten orthopädische Matratzen für Pflegebetten auf den Plan. Insofern weder Dekubitusgefahr noch Inkontinenz besteht und somit derartige Sondermatratzen nicht erfordert werden, sollte die orthopädische Matratze immer die bevorzugte Wahl gegenüber der Standardmatratze für Pflegebetten sein.

Diese Matratze unterstützt die natürliche Form der Wirbelsäule und beugt somit Bandscheibenleiden vor und kann derartige Beschwerden sogar lindern. Eine garantierte Formstabilität verhindert das Bilden von Lagerungskuhlen, die ihrerseits wiederum massive Beschwerden in Muskeln und Knochen induzieren können.

 

Pflegebettmatratzen für Allergiker und transplantierte Personen


Menschen, die unter Allergien leiden oder eine Organ- beziehungsweise Stammzelltransplantation hinter sich gebracht haben, stellen besondere Anforderungen an eine Pflegebettmatratze. Immerhin verbringen sie auf ihr den Großteil des Tages, so dass sich hier ein enormes Gefahrenpotenzial birgt.

Gerade im Zustand nach einer Transplantation, egal ob Stammzellen zur Krebstherapie oder Organe wegen Organversagen, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Immerhin werden derartige Menschen mit immunsupprimierenden Medikamenten behandelt, um eine Abstoßungsreaktion zu unterdrücken. Dadurch werden sie jedoch anfälliger für ansonsten ungefährliche Keime.

Ähnlich verhält es sich bei Allergikern, denen eine gewöhnliche Matratze mit erheblichem Wohlfühlpotenzial für Staubmilben gefährlich werden kann.

Hierfür gibt es spezielle allergen- und keimarme Pflegebettmatratzen. Dabei wird in der Matratze ein spezielles Materialgemisch verarbeitet, welches ein keimhemmendes Klima bietet, so dass Krankheitserreger sich nur eingeschränkt vermehren können und gleichzeitig sehr leicht zu reinigen und desinfizieren ist. Durch diese besondere Konzeption sind derartige Matratzen für den immungeschwächten Nutzerkreis hervorragend geeignet.

 

Matratzen für Pflegebetten mit Gewichtsberücksichtigung

 

Matratzen für Pflegebetten müssen äußerst präzise auf den Nutzer abgestimmt sein, denn die landläufige Aussage, dass eine Matratze unbedingt hart sein muss, ist inzwischen deutlich widerlegt.

Stattdessen kommt es bei einer guten Pflegebettmatratze darauf an, dass diese sich optimal dem Körper und seiner natürlichen Form anpasst. Entsprechend spielt auch die Abstimmung auf das Körpergewicht eine entscheidende Rolle.

Eine schwergewichtige Person benötigt unbedingt eine härtere Matratzenform als dünne und zierliche Menschen. Nur so kann garantiert werden, dass die Matratze im gewünschten Maß nachgibt, ohne an Stabilität einzubüßen.

 

Wie erhält man eine optimale Pflegebettmatratze?

 

Standardmäßig werden Pflegebetten mit gewöhnlichen Billigmatratzen angeliefert, die weder dekubitus- noch inkontinenzgeeignet sind und den keim- und allergenarmen Aspekt genauso wenig berücksichtigen, wie das Gewicht ihres Nutzers.

Wer jedoch zwingend diese Komponenten berücksichtigt haben möchte, der muss für diese Anforderungen mitunter hart kämpfen.

Bei einem gemieteten Pflegebett vom niedergelassenen privaten Anbieter besteht natürlich die Wahloption hinsichtlich der Pflegebettmatratze. Selbstverständlich müssen Sonderwünsche mit einem monatlichen Aufpreis bezahlt werden.

Pflegebetten von der Pflegeversicherung werden generell nicht mit Sondermatratzen angeliefert. Um eine solche zu erhalten, ist eine explizite Verordnung des behandelnden Arztes notwendig.