Pflegebett

Die Alternative zum Kauf: Pflegebetten leihen oder mieten


Ein Pflegebett kann eine große Erleichterung sein, sowohl für den hilfsbedürftigen Nutzer wie auch für seine Pflegepersonen. Schließlich sind Pflegebetten mittlerweile mit modernsten Technologien ausgestattet, die vielfältigen Anforderungen gerecht werden.

Standardmäßig hat ein modernes Pflegebett eine Höhenverstellung und variierbare Kopf- und Fußteile. So lässt sich für die Pflegeperson das Bett auf eine angenehme Arbeitshöhe anheben, so dass alle Verrichtungen rückenschonend durchführbar sind. Die verstellbaren Kopf- und Fußteile ermöglichen eine Lagerung entsprechend den Wünschen der pflegebedürftigen Person. Auch eine Neigung der gesamten Bettfläche zum Kopf- oder Fußende hin ist bei manchen Pflegebetten gewährleistet, so dass man entsprechend der Kreislaufsymptomatik des Bettlägerigen handeln kann. Inzwischen sind sogar Seitenneigungen bei den Pflegebetten keine Seltenheit mehr und erleichtern die regelmäßige Umlagerung, die zur Vermeidung von Druckgeschwüren obligatorisch ist.

Alternativ können alle genannten Technologien manuell oder sogar hoch modern vollelektronisch mittels eines Bedienelements vorgenommen werden, was die Handhabung nochmals erheblich vereinfacht.

Allerdings hat Technologie auch bei den Pflegebetten ihren Preis und entsprechend sind derartige Bettkonstruktionen teuer in der Anschaffung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man auf die Alltags- und Pflegeerleichterung eines Pflegebetts verzichten muss, denn Leihen und Mieten sind an die Stelle des Kaufs getreten und mittlerweile eine gängige Praxis.

Pflegebett bei der Krankenkasse leihen


Sobald eine Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, die nach dem Einsatz eines Pflegebettes verlangt, ist die Krankenversicherung die erste Instanz der Ansprache. Denn in sie ist die Pflegekasse integriert, die für die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, zu denen auch das Pflegebett gehört, verantwortlich ist.

Um an ein Pflegebett der Pflegeversicherung zu gelangen, ist zunächst der behandelnde Arzt, zu konsultieren. Bei Krankenhausaufenthalt kann genauso der Sozialdienst des Klinikums eine Anlaufadresse sein. Hier erhält man eine ärztliche Verordnung für ein Pflegebett.

Liegt diese vor, so hängt die weitere Vorgehensweise von den Gewohnheiten der Pflegekasse ab. Manche Pflegekassen haben eigene Pflegebetten und einen zuständigen Sanitätsdienst, der das Pflegebett an die betreffende Person ausliefert und dort aufstellt. Alternativ arbeitet die Pflegekasse mit einem niedergelassenen Sanitätshandel zusammen und gibt den Pflegebettauftrag an diesen weiter. In jedem Fall wird die betreffende Person von der zuständigen Instanz kontaktiert und nach Terminvereinbarung das Pflegebett zu seinem Nutzungsort gebracht.

Das auf diese Art über die Pflegekasse beschaffte Pflegebett ist eine Leihgabe und verbleibt im Eigentum der Pflegeversicherung. Dies bedeutet für den Nutzer jedoch den Vorteil, dass bei Defekt oder Beschädigung das Pflegebett kostenlos repariert oder ausgetauscht wird. Eine monatliche Leihgebühr fällt nicht an. Bei Besserung des Zustandes oder Tod der nutzenden Person, wird das Pflegebett kostenlos abgeholt.

Insofern Anspruch auf Pflegegeld entsprechend einer per Begutachtung festgelegten Pflegestufe besteht, wird die Bereitstellung eines Pflegebetts nicht mit diesen finanziellen Leistungen verrechnet. Es handelt sich vielmehr um einen Zusatzdienst. Gleichzeitig setzt die Pflegebettausleihe bei der Pflegeversicherung jedoch nicht die Anerkennung einer Pflegestufe voraus.

Pflegebett beim Fachhändler mieten


Selbstverständlich ist die kostenlose Ausleihe eines Pflegebetts über die zuständige Pflegeversicherung die kostengünstigste und einfachste Variante, in den Genuss dieses Hilfsmittels zu gelangen. Allerdings gibt es auch Situationen, in denen diese Pflegeleistung ausgeschlossen ist.

Beispielsweise kann der Arzt die Verordnung eines Pflegebetts verweigern, weil der Grad der Hilfebedürftigkeit als nicht ausreichend eingestuft ist. Gleichzeitig kann man aber dennoch den Eindruck haben, das Leben und den Alltag durch die Verwendung eines Pflegebetts zu erleichtern.

Glücklicherweise gibt es für diese Situation Möglichkeiten jenseits der Pflegekasse. Denn ebenso andere Anbieter verleihen Pflegebetten, wenn auch gegen eine monatliche Leihgebühr.

Ansprechpartner sind niedergelassene Sanitätsfachhäuser oder mobile Pflegedienste. Nicht selten haben diese ein ansehnliches Repertoire an Pflegebetten zur Ausleihe. Sogar spezielle Pflegebetten-Verleihstationen tummeln sich im Internet und liefern Pflegebetten überregional aus. Neben der monatlichen Gebühr wird dabei meist auch eine Kaution verlangt, die den Anbieter gegen vorsätzliche Beschädigung und unsachgemäßen Gebrauch absichert.

Kostenlose Pflegekassenausleihe oder gebührenpflichtige Pflegebettenmiete? Vor- und Nachteile


Wie nun deutlich wurde gibt es vielfältige Möglichkeiten an ein Pflegebett zu gelangen. Leider sehen sich viele Interessenten mit der Frage konfrontiert, ob sie denn tatsächlich auf die Leistungen der Pflegekassen setzen sollen oder ob die Pflegebettmiete in Eigenregie die bessere Variante ist. Tatsächlich hat beides seine Vor- und Nachteile.

Natürlich spricht der Verzicht auf einen Mietzins ganz eindeutig für die Pflegebettausleihe über die Pflegeversicherung. Deshalb ist diese Variante gerade für auf lange Sicht geplante Pflegebetteinsätze die beste Alternative. Allerdings hat man bei der Pflegekasse nach Vorlage der ärztlichen Verordnung eben nur einen Anspruch auf ein Pflegebett, jedoch nicht auf eines mit besonderen Ausstattungen. Vollelektronische Bedienung oder gar besondere Pflegematratzen werden nur aus Kulanz gegebenenfalls geliefert. Dafür ist der Ablauf bis zum Aufstellen des Pflegebetts recht reibungslos. Pflegeversicherungen sind angehalten nach eingereichter Verordnung zügig ein Pflegebett zur Verfügung zu stellen. Längeren Wartezeiten aufgrund von Lieferengpässen ist somit vorgebeugt.

Hochmoderne Technologien der Pflegebetten oder besondere Pflegematratzen erhält man demgegenüber jedoch primär in Eigeninitiative durch Miete eines Pflegebetts von einem privaten Anbieter. Deshalb sollte man bei tiefergehenden Bedürfnissen diese Variante ins Auge fassen. Schwierig gestaltet sich allerdings, dass das Repertoire dieser Pflegebettenverleihe äußerst begrenzt ist und man gegebenenfalls nicht das Pflegebett der ersten Wahl erhält oder sogar lange darauf warten muss. Die Monatsgebühr zwischen sieben und 15 Euro ist zwar kein immenser Kostenfaktor, kann über die Länge der Zeit, in der das Pflegebett genutzt wird, aber dennoch stark ins Geld gehen. Deshalb kommt diese Option bevorzugt für von vorne herein zeitlich befristete Nutzungsvorhaben in Betracht.

Grundlos: Angst vor Keimen!


Der Gedanke an ein gebrauchtes Pflegebett, das nur leihweise überlassen wird, ekelt manche Menschen. Sie denken an unzählige Keime und Hinterlassenschaften der Vorgänger. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. In der Tat besteht sowohl gegenüber der Pflegekasse noch bei der Privatmiete kein Rechtsanspruch auf ein neues Pflegebett und sogar noch nicht einmal auf eine unbenutzte Pflegematratze. Allerdings bedeutet dies nicht, dass man sich mit Schmutz und Krankheitserregern konfrontiert sieht. Alle Anbieter sind verpflichtet, sowohl die Pflegebetten, wie auch die Matratzen vor einer erneuten Weitergabe gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.