Pflegebett

Kostenübernahme für Pflegebetten durch die gesetzlichen Krankenkassen


In der heutigen Zeit tritt die häusliche Pflege immer mehr in den Vordergrund. Soweit es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt, ist es eine gute Möglichkeit, dass pflegebedürftige Menschen in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Familienangehörige versuchen die Pflege, soweit möglich, selbst zu bewältigen. Damit diese jedoch nicht zu einer körperlichen Überbelastung ausartet, gibt es verschiedene Hilfsmittel, die die Pflege erleichtern können. Unter anderem zählen zu den Pflegehilfsmitteln auch die Pflegebetten, doch bevor die Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen, müssen die pflegebedürftigen Patienten ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

 



Zunächst einmal muss gesagt werden, dass im täglichen Leben Betten Gebrauchsgegenstände sind. Die Leistungen dafür werden von den Pflege- und Krankenversicherungen eindeutig ausgeschlossen, sie können erst zum Hilfsmittel für die Pflege werden, wenn der gesundheitliche Zustand des Betroffenen dies erfordert. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dann, wenn der Patient mit Hilfe eines Pflegebettes wesentliche Teile seines Lebens selbstständig bewältigen kann. Dazu zählt zum Beispiel der Aufstehprozess, der ohne Hilfe bewältigt werden kann oder das alleinige zu Bett gehen. Dies ist eine der Voraussetzungen, die für die Kostenübernahme für Pflegebetten durch die gesetzlichen Krankenkassen erfüllt werden müssen. Nur wenn mit einem entsprechend gestalteten Gebrauchsgegenstand das nicht mehr gewährleistet werden kann, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Dabei ist eine private Krankenversicherung meist großzügiger als die gesetzliche.

Seniorenbett statt Pflegebett


Allerdings bietet hierfür der Möbelhandel ein breit gefächertes Sortiment an und hier gibt es die so genannten Seniorenbetten. Diese Betten sind mit vielen technischen Raffinessen ausgestattet, vor allem bieten sie eine höhere Liegefläche, so dass das Hineinlegen und Aufstehen wesentlich erleichtert wird. Sogar in der Höhe sind einige der Betten Schritt für Schritt zu verstellen. Die Lattenroste können am Kopfteil oder mit Knieknick elektrisch verstellt werden und werden somit zu den ganz normalen Gebrauchsgegenständen zugeordnet, selbst wenn damit ein bettlägeriger Mensch mehr Komfort geboten bekommt.

Die Kosten für die Pflegebetten werden von der Pflegeversicherung erst dann übernommen, wenn der Patient ganz oder den größten Teil des Tages im Bett verbringen muss und auch hier die hauptsächliche Pflege vorgenommen wird. Ein Pflegebett wird von den gesetzlichen Krankenkassen dann bezahlt, wenn der Patient beim Aufsuchen und Verlassen des Bettes Hilfe benötigt oder alleine aufstehen kann. Ebenfalls können gehbehinderte Menschen einen Anspruch auf ein Pflegebett erhalten, wenn es ihnen somit ermöglicht wird, selbstständig den Weg vom Bett in den Rollstuhl zu bewältigen. Wird der Patient überwiegend im Bett gepflegt, also gewaschen, gewickelt, gefüttert usw., werden die Kosten für ein Pflegebett von der Krankenkasse übernommen.

Die Pflegebetten für die häusliche Pflege erleichtern den pflegenden Personen und genauso dem Pflegebedürftigen das Leben in erheblichem Maß. Besonders für die Patienten wird mit einem solchen Bett noch weitestgehend die Mobilität gewahrt. Ebenfalls werden ein erholsamer und zugleich therapeutisch nützlicher Schlaf und eine individuelle Lagerung gewährleistet. Auch für den Pfleger bieten sich einige Vorteile bei bestimmten Abläufen, wie beispielsweise beim Füttern oder Waschen des Patienten, die ihm die Arbeiten erleichtern und ihm unter nützlichen ergonomischen Bedingungen ermöglichen. Genauso werden mit den Pflegebetten die besonderen Anforderungen bezüglich der Hygiene in der Pflege erfüllt.

Bedingungen und Kosten für Pflegebetten


Die medizinische Indikation des jeweiligen Patienten ist maßgeblich entscheidend dafür, ob die Kosten für ein Pflegebett von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden und auch in welchem Maß. So kommt es darauf an, ob der Betroffene besonders gelagert werden muss, die Pflege durch eine lange Bettlägerigkeit bedingt ist oder andere Gründe für ein Pflegebett sprechen. Es dürfen nur Pflegebetten eingesetzt werden, die in den Verzeichnissen des Fünften Buch Sozialgesetzbuch, der Krankenversicherung – SGB V, oder im Elften Buch Sozialgesetzbuch, Pflegeversicherung – SGB XI, aufgelistet sind. Diese Verzeichnisse sind das Hilfsmittelverzeichnis und das Pflegehilfsmittelverzeichnis und beinhalten für Pflegebetten Nummernkreise. So sind die Pflegebetten mit einer rein manuellen Verstellbarkeit bis hin zur vollkommenen elektrischen Verstellbarkeit unter den Nummernkreisen 19.40.01.000. bis 19.40.01.3999 im SGB V gelistet. Im SGB XI sind die Nummernkreise 50.45.01.0001 bis 50.45.01.2999 gelistet, die zusätzlich zur rein manuellen bis hin zur vollständigen elektrischen Verstellung noch Pflegebetten für Kinder und kleinwüchsige Menschen beinhalten.

Damit die Pflegebetten in diesen Verzeichnissen gelistet werden, müssen sie bestimmte Verfahren zur Freigabe durchlaufen. Hierbei spielen insbesondere die bauliche und konstruktive Sicherheit eine Rolle, genauso wie eine lange Lebensdauer und Belastbarkeit des Pflegebettes. Unabhängige Testinstitute überprüfen die Einhaltung dieser Faktoren. Ebenfalls gibt es nicht gelistete Pflegebetten, die allerdings eine Einzelfreigabe von der gesetzlichen, wie auch von der privaten Krankenkasse benötigen.

Anspruch auf Pflegehilfsmittel für die ambulante Pflege


Für die ambulante Pflege hat der Versicherte einen Anspruch auf Pflegehilfsmittel, die von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden müssen. Im SGB XI ist nicht nur das Sachleistungsprinzip festgehalten, sondern genauso das Prinzip der Kostenerstattung. So werden bestimmte Pflegehilfsmittel, wie unter anderem zum einmaligen Gebrauch aufsaugende Schutzeinlagen für das Bett, von den Pflegekassen monatlich übernommen, dies ist im SGB XI unter dem Paragraphen 40 Absatz 2 geregelt. Für technische Pflegehilfsmittel, wie zum Beispiel die Pflegebetten, besteht keine finanzielle Begrenzung gemäß dem Paragraphen 40 Absatz 3 des SGB XI. Wenn es möglich ist, sollten die Pflegebetten jedoch leihweise zur Verfügung gestellt werden.

Nicht zu vergessen ist auch die Zuzahlung für die technischen Pflegehilfsmittel, die jeder Versicherte ab dem vollendeten 18. Lebensjahr zu leisten hat. Die Zuzahlung bei der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt zehn Prozent für jedes Pflegehilfsmittel, jedoch nicht mehr als 25 Euro pro Hilfsmittel, die der pflegebedürftige Patient zu leisten hat. Ebenfalls können sich Betroffene von der Zuzahlung befreien lassen, dafür ist ein gesonderter Antrag bei der Pflegekasse zu stellen.

Gemäß § 40 SGB XI hat jeder Versicherte Anspruch auf Pflegehilfsmittel, die die Pflege erleichtern oder auch die Beschwerden des Betroffenen lindern. Ebenso ist die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln zu gewährleisten, wenn der Pflegebedürftige damit sein Leben selbstständiger führen kann. Sofern diese Hilfsmittel nicht aufgrund von einer Behinderung oder einer Krankheit von der Krankenversicherung zu zahlen sind oder von einem anderen zuständigen Leistungsträger.

 

Ach so:

Auch nicht unwichtig zu wissen: Wer beim Pflegebett nicht sparen kann, der sollte mal über entsprechende Sparmaßnahmen beim Zahnersatz nachdenken.

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